Samstag, 19. Oktober 2013

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Mein erster Marathon

Oder was mir davon bleibt!

Wo fang ich da nur an?
Am 28.7.2013 begann ich endlich mit dem Training (12 Wochen) zum Rügenbrücken Marathon. 3:15h sollte das Ziel sein.
Die ersten Wochen vergingen wie im Flug. Kurze Läufe, Intervalle, Tempoläufe, Lange Dauerläufe.....  Alles mit Spaß, Ehrgeiz und einem guten Gefühl den richtigen Plan gewählt zu haben. Woche für Woche wurde die Familie mit den Worten getröstet "Am 19.10. ist der Lauf und dann gehen wir wieder in den Alltag über und Papa hat wieder zeit für die Sippe!"

Am 7.9.2013 dann die erste kleine Wettkampf Probe.
10. Fehmarnlauf 2013
Distanz 10km
Zeit 43:08
AK M30 - Platz 2
Gesamt - Platz 8



Bis dahin alles Super. Das Training ging weiter bis zur 5. Woche vor dem Marathon, wo es mir am 15.9. richtig dreckig ging.
Aber es stand doch ein langer Dauerlauf auf den Plan. 32km! Die wollen doch gelaufen werden.
Nasen-Nebenhöhlen-Vereiterung! Fieber, Schwindel und ein grässlicher Geschmack im Hals waren die Symptome.
Mist!
So kann ich nicht laufen. Gleich am nächsten Tag zum Arzt der mir Antibiotika verschrieb. Richtige Bretterknaller! Wie er grinsend zugab.
12 Tage Krank! 12 Tage Trainings Pause! Und danach konnte ich auch nicht wieder voll einsteigen. Die Kondition war dahin, der Puls immer mind. 15 höher als vor der Krankheit.
Und dann fing auch noch mein rechtes Bein an zu schmerzen. Fußgelenk, Schienbein, Knie... der Schmerz ist nicht genau zu lokalisieren. Ich Tippe mal auf Überbelastung. Zu Schnell, zu Weit, zu Viel!

Mein Trainingsplan war also dahin. Ich habe mehrfach versucht wieder weiter zu machen aber mit Schwindelgefühl und schmerzendem Bein war es einfach nicht mehr das Selbe.

Am 3. Oktober hatte ich dann noch ein Treffen mit +Michael Mankus aus der Running/Laufen Community bei Google+

Wir haben gemeinsam den höchsten Berg von Meckenburg Vorpommern (179m) erlaufen und haben noch eine lockere Runde (21km) drum herum gedreht. Super Sache Micha und gerne wieder!

So kam der Marathon immer näher aber ich nicht in die Gänge. 2 Wochen vor dem großen Tag fingen plötzlich die Kollegen an krank zu werden. Und wenn das nicht schon genug Ausfall ist gingen in der Marathon Woche auch noch 2 weitere Kollegen in den Urlaub. Im Büro wurde ich nur vertröstet das es ja vielleicht am Samstag nicht so viel zu tun gäbe und ich zu meinem Termin könne.
Na klar! Die ganze Woche jeden Tag 12 Std. Arbeit und am Samstag soll nichts zu tun sein.

Ich brauchte einen Plan B

Schon diese Woche Montag kam mir die super Lösung in den Sinn. Wenn ich nicht zum Marathon kann hole ich ihn eben zu mir und laufe von der Arbeit nach Hause!
Mit dem Auto 29km aber zu Fuß durch Wälder, Naturschutzgebiete und an Seen vorbei können da auch gern 50km draus werden.
Noch schnell einen Trinkrucksack (geiles Teil) im Netz bestellt der auch pünktlich ankam und der Samstag kann kommen. Mit oder ohne Rügenbrücken Marathon.

Und so begann mein Samstag morgen wie immer 2:40 mit dem Wecker. 4:00 auf Arbeit und 7:30 mit einem herrlichen Sonnenaufgang.


Das kann ja nur toll werden.

Juhu, kurz nach 10 Feierabend und rein in die Laufklamotten. Die Strecke habe ich mir schon vorher bei Runtastic erstellt und muss nun nur noch der blauen Linie auf der Karte folgen. So ging es dann Kilometer für Kilometer einer völlig neuen Strecke entlang. Und immer wieder der Blick auf's Smartphone, man will ja nicht die Route verlassen. Zwischen km 4 und 5 verbotener Weise über die Eisenbahnschienen gehuscht wo nur 1 min später ein Interregio an mir vorbei sauste. Bei km 15 Absperrband und 20 Autos mitten im Wald. Auf meiner Strecke! Hmm, dann muss ich wohl im großen Bogen drum herum laufen. Denn die Jäger bliesen gerade zum Halali! Bei km 17 kam ich dann wieder auf meine Route und ließ die blutrünstige Meute hinter mir.

...und weiter ging es in einer guten 5er Pace des Weges.
Was sagt eigentlich der Akku? 41% bei km 20!! Der war voll als ich gestartet bin! Handy in die Tasche und weiter. Dem Bein geht es gut und so können auch einige Höhenmeter ohne Probleme gelaufen werden.

Kilometer 29 war dann ein kleiner Snack angesagt. Rein mit dem Futter, Rucksack wieder auf, die Piste entlang. ....... Ohne auf die Karte zu sehen und in die falsche Richtung. Das bemerkte ich aber erst als sich das Handy meldete. 15% Akkuleistung, Bitte Laden!
Die Pause hat sich im doppelten Sinne als Fehler herausgestellt. Nicht nur die falsche Richtung, auch ein Krampf im linken Oberschenkel kündigte sich an. Mist, das auch noch!
Irgendwann war es mit mir dann so weit und ich konnte nicht mehr weiter. Mit den letzten 5% versuchte ich noch jemanden zu erreichen der mich abholt. Aber da war nichts zu machen. Alle anderweitig beschäftigt.
Okay, schnell ins Gebüsch, Com Shirt und Regenjacke angezogen. (die hatte ich als Ersatz mit)
An die Straße gestellt und Daumen raus. Es waren nur noch 6km Bundesstraße bis nach Hause und das 2. Auto hat auch sofort angehalten. Ich war Zuhause!!! Und der Wohnungsschlüssel im Auto auf Arbeit.
...wie ich trotz dem rein gekommen bin ist eine andere Geschichte!

Ach ja, da bin ich lang gelaufen. Rot bin ich, Blau wollte ich!


Fazit: 
  • Ich glaube nicht das ich im meinem momentanen Leistungsstand schon bereit für einen Marathon oder mehr bin. Oder ich war Kaputt von der Arbeit!
  • Der Puls ist noch recht hoch aber die Kondition kommt langsam wieder
  • Das linke Bein tut etwas weh, aber das rechte auch. Wen wundert's nach der Strecke in dem Tempo?
  • Und die Karte muss ich mir auf jeden Fall vorher ausdrucken. Damit ich nicht alle 500m auf das Smartphone schaue.
Vielen Dank fürs lesen und vielleicht wird dieser neue Blog noch einpaar mehr von diesen Erlebnissen bekommen. Mal sehen!






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